Jeden Mai für zwei Wochen versammelt sich die Welt der Filmindustrie an der Croisette. Die Kameras folgen dem roten Teppich des Palais des Festivals. Die Schecks jedoch werden in den Speisesälen von Cap d'Antibes unterzeichnet.
Die Villenrunde
Die Produzenten wissen: Die Geschäfte werden auf drei Anwesen gemacht — Villa Eilenroc, La Fiorentina und ein privates Château oberhalb von Mougins, dessen Name nie gedruckt wird. Einladungen kommen per SMS um Mitternacht, die Türen öffnen sich um eins, und das erste Tageslicht zeigt Limousinen entlang der Corniche aufgereiht.
"Wenn eine Party in Cannes in die Presse kommt, ist sie bereits von den Leuten überholt, die tatsächlich Filme finanzieren." — ein langjähriger Agent
Das Eden-Roc-Paradoxon
Offiziell ist das Hôtel du Cap-Eden-Roc während des Festivals für Nicht-Gäste geschlossen. Inoffiziell finden in elf seiner Cabanas die intimsten After-Partys der zwei Wochen statt — maximal zwölf Gäste, der Gastgeber manchmal ein saudischer Prinz, manchmal ein Streaming-Dienst-Gründer, immer schweigsam in den sozialen Medien.
Das zweiwöchige Ballett endet, wie es beginnt: mit einem Jachthupen vor Pointe Saint-Hospice. Die Filme werden um die Welt reisen. Die Verträge werden bis dahin bereits unterzeichnet sein.
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